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Wenn man der Frage nachgeht, was besondere Begabung ist, wird man feststellen, dass es keine einheitliche Definition gibt. Über etliche Jahre (Jahrzehnte, Jahrhunderte) hinweg hat man besondere Begabungen als Geschenk des Himmels betrachtet. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird wissenschaftlich untersucht, was Begabung ist. Hierbei erklären jede Menge Theorien und Modelle die Rolle von Vererbung und Umwelt bei der Entstehung von Intelligenz. Zunächst stehen sich die Extrempositionen gegenüber Begabung wird entweder als ererbt oder als vorwiegend gesellschaftlich bedingt angesehen. Dann rücken Forschungen über die verschiedenen Komponenten und Faktoren, aus denen sich Hochbegabung zusammensetzt, in den Vordergrund.
Als solche Teilaspekte werden z.B. angesehen:
- allgemein hohe Intelligenz
- schulische Leistung (bzw. das Potenzial dazu)
- Entwicklungsvorsprung
- kreatives und produktives Denken
- hohe Gedächtnisleistungen
- sprachliche Intelligenz
- soziale Intelligenz bzw. Führungsfähigkeiten
- praktische, künstlerische oder psychomotorische Fähigkeiten
Hochintelligent, hoch leistungsstark, talentiert, höchstbegabt, Genie oder Wunderkind sind andere verwendete Begriffe. Trotz unterschiedlicher Terminologie geht es im Kern um das Gleiche, um Kinder, die altersgemäß früh entwickelte und weit überdurchschnittliche Fähigkeiten oder Interessen zeigen. Durch folgende Merkmale fallen diese Kinder i.d.R. schon früh auf
- ihr Wortschatz ist für ihr Alter ungewöhnlich,
- die Sprache ist ausdrucksvoll und überlegt,
- sie haben eine schnelle Auffassungsgabe und können sich Wissen gut merken,
- detailliertes Wissen in speziellen Bereichen,
- sie lösen schwierige Aufgaben rasch, langweilen sich aber bei Routineaufgaben,
- sie suchen nach Verallgemeinerungen und Unterschieden, erkennen zugrunde liegende Prinzipien,
- sie sind Individualisten, arbeiten gerne unabhängig,
- sie streben nach Perfektion und sind sehr selbstkritisch,
- sie fangen schon mit ca. drei Jahren an zu lesen, schreiben oder rechnen,
- sie lesen von sich aus Sachbücher, die über ihre Altersstufe hinausgehen,
- ihr Denken ist insgesamt kritisch und unabhängig, auch Meinungen von Autoritäten werden nicht akzeptiert, ohne diese kritisch zu hinterfragen.
Allgemeine Intelligenz (Denken, Sprache, Merkfähigkeit, Problemlösungsfähigkeit) wird als Grundlage einer hohen Begabung angesehen. Sie zeigt sich vor allem in dem Vermögen, neue Probleme effektiv und schnell zu lösen. In der Psychologie wird diese Fähigkeit mit Hilfe von Intelligenztests gemessen. Dabei wird besondere Begabung als hinreichend großer Abstand zum Begabungsdurchschnitt der Gesamtheit von Schülern des gleichen Alters definiert. Das heißt, dass 97- 98 % der Vergleichsgruppe schlechtere Leistungen in den psychologischen Tests zeigen, bzw. dass 2- 3 % eines Jahrgangs als hoch begabt gelten.
Diese Leistung entspricht in etwa einem Intelligenzquotienten (IQ) von 130 oder einem noch höher liegenden Wert. Neben der Intelligenzmessung werden aber auch die Beobachtungen in der Testsituation sowie Gespräche mit den Eltern und Lehrern als zusätzliche Informationen zur Bestimmung von Hochbegabung als wichtig angesehen. Allgemein wird zwischen verschiedenen Begabungsformen unterschieden. So unterscheidet man zwischen intellektueller Begabung und musikalischer, künstlerischer, sportlicher oder handwerklicher Begabung, obwohl es auch hier Überschneidungen gibt. Dabei wurde festgestellt, dass Spezialbegabungen auf inhaltlich begrenzte Gebiete nicht isoliert zu sehen sind, sondern in der Regel einhergehen auch mit einer durchschnittlichen bis überdurchschnittlichen Intelligenz. Zeigen Schüler auf künstlerischem, musikalischem oder sportlichem Gebiet hervorragende Leistungen, so ist ein besonderes Talent von Eltern oder Lehrern leicht zu erkennen.
Wenn eine Begabung im intellektuellen Bereich besteht, ist dies nicht immer gleichermaßen offensichtlich, da diese sich nicht immer auch in dementsprechend guten schulischen Leistungen ausdrückt. Einigen Schülern gelingt es nicht, ihre Begabung zu nutzen und in gute Noten umzusetzen. Die Einsicht, dass eine besondere Begabung vorliegt, ist nicht so ohne weiteres gegeben.
Hochbegabung ist also nicht mit Leistung gleichzusetzen.
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