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Sehenswertes in der Bretagne

Durch mehrere Besuche in der Bretagne bin ich ein wirklicher Liebhaber derselben geworden. Es ist nicht nur das Land an sich, welches mich so anhänglich macht, sondern auch die Menschen dort, der ganze Lebensstil, das leibliche Wohl (Baquette, Cidre, Crepés etc.), das Klima ... einfach alles. Bei jedem Besuch versuche ich neue Orte zu entdecken oder aber alte, liebgewordene, wieder aufzusuchen. Ein paar will ich hier mal erwähnen, sie sind einfach einen Besuch wert. Wenn jemand einige Orte vermissen sollte, liegt es daran, das ich nur die Orte  hier beschreibe die ich selber auch besucht habe. Es kann natürlich auch daran liegen das ich noch nicht fertig bin mit der Auflistung aller von mir besuchten Orte.

Mein Ausgangspunkt ist meistens Pouldreuzic. In einem kleinen Weiler, etwas abseits die Landstraße entlang, liegt das Ferienhaus, in dem ich bereits mehrmals war. Es gibt bestimmt schönere Orte, aber mir ist dieses nette Haus mit den noch netteren Besitzern die ebenfalls dort wohnen einfach ans Herz gewachsen. Pouldreuzic selber ist nicht so sehr interessant (immerhin ist es der Geburtsort des Schiftstellers Pierre-Jakez Helias ... ach, ja, und hier wurde 1907 von Jean Henaff die berühmte Pastete erfunden), aber es ist ein sehr gemütliches Örtchen, gelegen zwischen Audierne und Pont l´Abbe. Im Ort selber ist ein kleines Restaurant, sehr gemütlich und sehr lecker. Fährt man in Richtung Meer, das sind nur 2 km, kommt man nach Penhors. Hier gibt es eine kleine Kapelle, mit dem, in der Bretagne unvermeidlichen, Calvaire.

In Pouldreuzic findet übrigens am 1. Sonntag im  September der Grand Pardon de Penhors, einer der wichtigsten im Bigoudin statt. Ich habe ihn leider noch nicht erlebt, aber immerhin mal eine kleine Kermes, das ist eine Art Minijahrmarkt ... sehr mini, aber sehr liebenswert. Am Strand ist ein Hotel, mit Restaurant, auch nicht schlecht, aber sehr teuer und touristisch. Ich bevorzuge eher die kleinen, unscheinbaren Restaurants in denen auf keinen Fall eine mehrsprachige Speisekarte hängt, dann ist meist sehr landestypisch und sehr lecker.

Unbedingt besuchen sollte man die Landzunge von La Torche.  Ein Weg führt um die wildromantische kleine Halbinsel. Prächtige Aussicht auf die Felsen von Saint-Guénolé und den Strand von Pors-Carn. Berühmt als Surferparadies, von daher ist Baden hier nicht ganz ungefährlich, zum einen wegen der Brandung, zum anderen wegen der Surfer. Aber ein bisschen nördlich befindet sich die Notre-Dame-de-Tronoen. Und von der Kapelle führt eine kleine Straße direkt zum wohl schönsten Strand der ganzen Umgebung.  Und in unmittelbarer Nähe (wie praktisch) ein kleines Bistro mit leckeren Crepés, Cidre etc.

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Dies ist die bezaubernde kleine Chapelle Notre-Dame-de-Penhors in Penhors. Der Glockenturm befindet sich in der Mitte der Kapelle und im Inneren befindet sich ein sehr schöner Marienaltar.

Notre-Dame-de-Tronoen Das ansehnliche Kirchlein (um 1465) wurde an einer Stelle errichtet, die schon zur Antike Standort eines Venustempels gewesen sein soll. Mag sein, doch neuere Forschungserträge weiten diesen Geschichtsraum noch gehörig aus und lassen es als höchstwahrscheinlich gelten, daß dort ein vorkeltisches Siedlungszentrum mitsamt Kultplätzen gelegen war. Kunsthistorisch interessierte Besucher können in Tronoen den, dem Vernehmen nach, ältesten Kalvarienberg der Bretagne besichtigen. Um 1450 wurde er errichtet und präsentiert sich als bereits vom Bildprogramm her ausgereiftes Monument, unter dessen einfachen Hochkreuzen und von der Verwitterung etwas angegriffenen Relieffriesen das Ereignis der Christgeburt wegen der nacktbrüstigen Gottesmutter als besonders spektakuläre Darstellung angesehen wird.

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Links im Bild der Calvaire bei Tronoen. Auf den windabgewandten Seiten erkennt man einige Szenen sehr deutlich.

Am dritten Septembersonntag findet vor diesem Kunstwerk und um die Kapelle eines der beliebtesten und publikumsreichsten Pardons der weiten Umgebung statt.

Pointe de la Torche Hier greift der Atlantik auf breiter Front an. Zwischen St. Guénolé bis vor Audierne zieht sich ein 25 km langer, dünenbegrenzter Sand-/Kiesstreifen, an den ein meist unruhiges Meer anbrandet - für Badende gefährlich, jedoch ein Traum für Surfer. Die einsam ins Meer bleckende Landspitze teilt die Strandzone in zwei riesige, weißsandige Badebuchten mit exzellenten Gleitbedingungen. Jedes Jahr treffen sich hier die Surfer zum Funboard-Festival.

Kapelle von Languidou Die Kapelle für St. Quidon ist heute eine Ruine - aber was für eine. Im 12. Jhd. errichtet und im 16. Jhd. mit einer wandfüllenden Fensterrosette geschmückt, wurde die Kapelle nach der Revolution verkauft und teilweise abgetragen. Heute steht die Ruine einsam und verlassen inmitten von Feldern, verstreuten Höfen und weidenden Schafen. Das Dach fehlt, doch einige Reliefs, Rundbögen des Mittelgangs und vor allem die granitene Fensterrose sind gut erhalten.

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Pont-Aven Der Ruhm des hübschen Städtchens gründet sich auf Paul Gauguin, um den sich die “Schule von Pont-Aven” bildete. Gauguin weilte hier zwischen 1886 und 1889 und entwickelte in der Begegnung mit dem jungen Maler Emile Bernard einen neuen, expressionistischen Stil, wie er zum Beispiel in dem berühmten Gemälde “Le Christ Jaune” zum Ausdruck kommt.  Der Spaziergang durch den Bois d´Amour am Ufer des Aven führt auf beschildertem Pfad zu den Plätzen, wo die Künstler der Shule von Pont-Aven malten.

Pont-l´Abbe Pont-l´Abbe ist der Hauptort des Pays Bigoudin. Die bürgerliche, ruhige Stadt träumt an ihrem See und einem kleinem Flusshafen am hinteren Ende des Mündungstrichters. Die Traditionen halten sich hartnäckig: während der Sonntagsmesse tragen immer noch eine ganze Menge Kirchgänger die traditionelle Kopfbedeckung, eine hohe spitze Haube. Über eine hübsche Promenade kann man entlang der Pont-l´Abbé-Mündung spazieren gehen. Sehenswert sind das Schloß und das Musée Bigoudin und die Kirche Notre-Dame-des-Carmes eine ehemalige Kapelle des Karmeliterklosters aus dem 14. Jhd. sie wurde 300 Jahre später umgebaut. Am zweiten Sonntag im Juli ist das Fête des Brodeuses, das Fest der Stickerinnen und am vierten Sonntag im September ist die Fête de la Tréminou.

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Hier ist das Hotel de Ville, das Rathaus von Pont-l´Abbe. Gleichzeitig ist es das Rathausschloß (erbaut 13. - 18. Jh.) in welchem sich das höchst sehenswerte Bigoudenland-Museum befindet.