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Rennes
Der Sitz der bretonischen Herzöge, traditionelles Kultur- und Behördenzentrum der Oberbretagne und Hauptstadt der Bretagne und des Départements Ille-et-Vilaine umfaßt ein dynamisches, auf Wachstum orientiertes Ballungsgebiet. Das heutige Aussehen der Stadt - rechtwinkliges Straßennetz und viele klassizistische Häuserfassaden in der Altstadt - ist das Ergebnis des Wiederaufbaus nach dem verheerenden Stadtbrand in der Nacht des 22.12.1720, bei dem 945 Häuser zerstört wurden.
Rennes liegt im Zusammenfluß von Ille und Vilaine im Herzen eines geologischen Bassins - eine Lage, die die Stadt seit knapp zwei Jahrtausenden zum Verkehrsknotenpunkt prädestiniert. Bretonisch hört man in der Krönungsstadt der bretonischen Herzöge nur selten. Rennes (Condate) ist bereits zur Zeit der Römer der zentrale Punkt ihrer Provins Armorika. Nach seinen Bewohnern nennt sich ein ganzer keltischer Stamm: die Redonen, die sich, im Gegensatz zu den widerspenstigen Venetern, nach dem Sieg Cäsars 56 v. Chr. schnell mit den römischen Machthabern arrangieren und die Stadt schon früh zur Blüte bringen. Rennes geht nach dem Zusammenbruch Roms in die Hände der Goten, später der Franken über. Im 9. Jh. erhält Erispoe, ein Nachkomme britischer Kelten, aus der Hand Karls des Kahlen die Unabhängigkeit der Bretagne und mit ihr die Städte Rennes und Nantes. Im frühen Mittelalter ist Rennes ein heftig umstrittene Stadt, im Wechesl mit Nantes Sitz der bretonischen Herzöge, ständig von Briten und Franzosen umbuhlt, gelegentlich belagert und geplündert und so das geeignete Pflaster eines später über die Bretagne hinaus berühmt gewordenen Haudegens und Volkshelden, Bertrand Duguesclin. Einen Schlußstrich unter Rennes erste unruhige Zeiten setzt nach dem Erbfolgekrieg 1365 Jean de Montfort. der künftige Herzog der Bretagne. 1491 belagert Karl VIII. zwei Wochen lang die bretonische Metropole, um die 12 jährige Anne de Bretagne zu freien, die sich zum Glück für die Stadt, für Maximilian von Österreich entscheidet. 1554 wird Rennes zum Sitz des bretonischen Parlaments und somit Hauptstadt der Bretagne. 1720 entfacht ein Tischler im Vollrausch mit seiner Öllampe ein Feuer das fünf Tage wütet und 8000 Menschen obdachlos werden läßt. Zwischen 1722 und 1756 wird Rennes neu aufgebaut. Die Pläne hierfür entwickelte der Pariser Architekt Jean Gabriel. Rennes wird eine repräsentative, klassizistische Beamtenstadt, geprägt von breiten Avenuen, ausladenden Wohnhäusern die appartementweise vermietet/verkauft werden - eine Weltneuheit. 1940 wird Rennes bei Fliegerangriffen schwer bombardiert. Bei den Aufbauarbeiten kommen auch “soziale” Architekten zum Zug. Rennes präsentiert sich heute als Stadt mit mindestens drei sympathischen Gesichtern: dem spärlichen mittelalterlichen, dem neuzeitlich-klassizistischen und dem modern-funktionalen.
Im Kathedralen-Viertel hinter dem Rathaus liegen in krummen schummrigen Gassen die ältesten, von dem Feuer 1720 verschonten, Häuser. Am Place de la Mairie befindet sich ein sehr schönes Rathaus von 1734-42 erbaut, gegenüber das Grand Théâtre von 1836 (innen restauriert) flankiert von Arkadenhäusern. Der Place du Palais ist einer der schönsten in ganz Europa. Er wird vom alten Parlament der Bretagne beherrscht. Der Bau wurde 1618-54 errichtet. Der Place Sainte-Anne wird von schönen Fachwerkhäusern aus dem 16. Jh. eingefaßt, in denen Crêperien, Cafés und Restaurant liegen. Die Kathedrale Saint-Pierre ist durch Zerstörung und Rekonstruktion ein Gemisch verschiedenster Stile von der Gotik bis zum Neoklassizismus. Das stucküberladene Innere legt Zeugnis vom Geschmack des 19. Jh. ab.
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