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Allgemeine Info´s zur Bretagne

Die Bretagne hat eine Fläche von 27.208 km². Die höchsten Erhebungen sind der Roc Trévezel und der Signal de Toussaines (beide 384 m). Die Küstenlänge beträgt 1200 km (bei Einrechnung aller Buchten sogar 2500 km). Es leben 2.800.000 Menschen in der Bretagne. Die Amtssprache ist französisch. Das im Rückgang begriffenen Bretonisch (Breiz´h) ist in vier Dialekte unterteilt: Trégorrois und Léonard (Nordwesten), Cournouaillais (Südwesten) und Vannetais (um Vannes). Die Bretagne teilt sich in vier Départements: Ille-et-Vilaine (Hauptstadt: Rennes), Côtes d´Armor (Hauptstadt: Saint-Brieuc), Finistére (Hauptstadt: Quimper) und Morbihan (Hauptstadt: Vannes). Die Bretagne ist Frankreichs produktivste Region für Gemüse (v.a. Artischoken, Blumenkohl, Zwiebeln), Eier, Geflügel, Schweine-, Rind- und Kalbfleisch. Brest, Lorient und Concarneau gehören zu den bedeutendsten Häfen Frankreichs. Der Tourismus ist das vierte “Standbein” des Bruttosozialproduktes.

Klima

Die zum Atlantik hin exponierte Halbinsellage bedingt und prägt das in der Bretagne vorherrschende Wetter. Der nahezu beständige Westwind führt ergiebige Niederschläge herbei. Die Regenfälle verteilen sich jedoch ungleichmäßig. An der Küste sind sie geringer als im Umkreis der Hügelketten; gegen Südosten nehmen sie im Jahresmittel deutlich ab. Allgemein herrschen in der Bretagne recht Milde Winter mit einer durchschnittlichen Temperatur von 6,3°C im Februar. Der Frühling hält recht spät seinen Einzug und geht in den, dank der ozeanischen Winde, verhältnismäßig frischen Sommer über. Im August erreicht die Temperatur durchschnittlich 16°C. Im Herbst und Winter häufen sich die Niederschläge. Obwohl es sich um ein typisches Meeresklima handelt, sind je nach Landschaftswinkel charakteristische Abweichungen anzutreffen. Insbesondere der Südosten mitsamt der Gegend um den Golf des Morbihan profitiert von günstigen Konstellationen der Geologie und der Windstriche; dort sind die Winter ähnlich angenehm wie an der Côte d´Azur.

Flora und Fauna

Nicht allein für die klimatischen Verhältnisse, sondern unmittelbar auch für die Lebensräume der Pflanzen und Tiere (im Wasser und auch auf dem Land), bringen die Wirkungen des nordatlantischen Golfstroms bedeutende Vorteile. Immerhin sorgt der warme Golfstrom dafür, daß die mittleren Jahrestemeraturen im bretonischen Küstenbereich rund 5°C bis 8°C höher liegen als anderswo auf derselben geographischen Breite. Die aufgrunddessen besonders ergiebigen Fischgründe, Austernbänke und Muschelzuchten wurden somit zu traditionell wichtigen Wirtschaftsfaktoren. Sogar die Verwertung des üppig gedeihenden Seetangs als Viehfutter und Dünger spielte früher eine einträgliche Rolle, außerdem die Gewinnung von Jod aus der Asche verbrannten Tangs die einst zu den Erwerbsquellen zählte.

Der amorikanische Naturpark Parc naturel régional d´Amorique ist unter den fast drei Dutzend Schutzgebieten Réserves naturels für bedrohte Tier- und Pflanzenarten die zukunftsträchtigste Einrichtung geworden. Die Lebensräume der durch landwirtschaftliche Nutzflächen weitgehend zurückgedrängten und durch Umweltschäden bedrohten Vegetation und vor allem auch die Brutplätze von See- und Küstenvögeln können nur durch eine sorgsame Balance zwischen strikten Zugangsverboten und fachkundlich betreuten Führungsangeboten auf längere Dauer gesichert werden. Gerade auf diesem Sektor  werden in der Bretagne derzeit ernsthafte Anstrengungen unternommen, die sich nicht nur auf ornithologische Exkursionen o.ä. beschränken, sondern die auch darauf abzielen, der Stadtbevölkerung wenigstens im Urlaub eine Vorstellung von ökologischen Vernetzungen nahezubringen. Zu diesem Zweck sollen auch Druckschriften zum Mitnehmen und Erläuterungstafeln in Schutzzonen das Naturverständnis fördern.

Auch abseits der einzelnen Reservate zeigt sich die Bretagne als ein wahrhaft blühendes Land. Der stets präsente Stechginster, die Büsche und Hecken und die hohen Bäume an den Straßenrändern, die (ehemals den Kelten heilige Ilex) Waldrebe sowie die Wasserpflanzen der Seen, Flußufer und Moore gestalten mit ihren Nuancen des Grüns und vielfarbigen Blüten das natürliche “Kleid” der Bretagne sehr abwechslungsreich. Und in den klimatischen Vorzugslagen gedeihen auch Mimosen, Oleander, Rhododendron, Hortensien und nicht selten auch Palmen. Der sagenhafte Wildreichtum der vergangenen Zeiten schwand allerdings mit den großen Wäldern dahin. Dort wo noch die Kelten einst Wildschweine jagten und Bären, rentiert sich heute nur noch die Jagd auf´s Niederwild

Fischerei

Die Fischerei erfuhr zwar keine vergleichbar vehemente Entwicklung, stellt aber bis heute einen wirtschaftlich relevanten Faktor dar. Aber die durch Überfischung, Fangquotenregelung und internationale Querelen um die Begrenzung von Hoheitsgewässern immer wieder beeinträchtigte Gesamtsituation läßt diesen Wirtschaftszweig mitunter von einer Krise zur nächsten taumeln. Ganz zu schweigen von der ökologischen Anfälligkeit der als Alternative zum Fischfang verstärkten Austern- und Muschelzuchten. Ein Hauptproblem (außer Virusepidemien die schon ganze Zuchtjahrgänge zerstörten) sind die vom Menschen verursachten Katastrophen. Man denke nur an die Tankerhavarien 1978 (“Amoco Cadiz”) bei Portsall und 1999 (“Erika”). Zwar sind die Schäden bei Portsall beseitigt, aber die Bereinigung der Schäden des Tankers “Erika” wird noch Jahre dauern. Doch beide Havarien änderten nichts an der politisch-bürokratischen Schwerfälligkeit, die jeden nachhaltigen Küstenschutz behindert. Dies schädigt nicht nur die Fischerei, sondern beeinträchtigt auch den Tourismus.

 

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